Hausordnung für Mütter (4 Seiten)

 

H a u s o r d n u n g

Für das Mütter- und Kinderheim Steinhöring/Oberbayern

I.   Allgemeines:

1.   Das Heim Steinhöring hat den Zweck werdenden Müttern Unterkunft für
die Zeit der Schwangerschaft, Entbindung und des Wochenbettes zu gewähren. Dabei ist
den Frauen auch Gelegenheit gegeben, sich in
Säuglings- Kinderpflege, und Hauswirtschaft zu betätigen und sich
in Krankenpflege, Gartenbau und Kleintierzucht zu unterrichten.


2.   Das Heim ist Eigentum des Vereins "Lebensborn" e.V. und wird von der
Schutzstaffel geleitet und verwaltet - Sie führt insbesondere die Schulung auf dem
Gebiete der nationalsozialistischen Weltanschauung durch.

3.   Zwischen den Müttern und Angestellten herrscht engste Kameradschaft, die jedoch nie
zur Gruppenbildung und Absonderung innerhalb der Heimgemeinschaft führen darf.
Die Frauen werden gegenseitig mit dem Vornamen angesprochen.

4.   Es ist den Frauen und Angestellten strengstens verboten eine Mutter
nach dem Namen des Erzeugers ihres Kindes zu fragen, oder darüber entstandene Gerüchte
weiterzutragen. Verstösse gegen diese Verordnung haben sofortige Entlassung zu Folge.
Überhaupt ist gegenseitiges Taktgefühl und Rücksichtnahme Voraussetzung
für ein gemeinschaftliches Zusammenleben.

II.  Leitung:

1.   Die Führung des Heimes liegt in den Händen eines vom Reichsführer SS
ernannten Heimleiters. Seinen Anord-

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nungen, sowie denen des Heimarztes und der Oberschwester ist strengste
Folge zu leisten. Vergehen gegen die Disziplin werden entsprechend geahndet.

2.   Es ist verboten, sich über Vorgänge im Heim brieflich oder mündlich an
Aussenstehende zu äussern. Beschwerden irgendwelcher Art sind der Heimleitung
vorzutragen.

III. Wohnen:

1.   Die Anweisung der Zimmer geschieht durch die Oberschwester.
Berechtigte Wünsche werden nach Möglichkeit berücksichtigt.

2.   Die Entbindungs- und Wochenbettabteilung, (Südzimmer im Erdgeschoss und 1. Stock)
dürfen von den Frauen nicht betreten werden. Wochenbettbesuche sind nur mit Genehmigung
des Arztes und nur vom 4. Wochenbettag an gestattet.

3.   In allen Räumen des Hauses, insbesondere in den Schubladen und Schränken hat grösste
Ordnung und Sauberkeit zu herschen. Die Oberschwester hat das Recht von Zeit zu Zeit
die Zimmer und Schränke daraufhin zu prüfen.

4.   Für die Unterbringung von Schmuckgegenständen und gröóeren Geldbeträgen steht ein
feuersicherer Schrank zur Verfügung.

IV.  Kleidung:

1.   Ueber den Kleidern sind die vom Heim gestellten Heimschürzen zu tragen.

2.   Gebrauchte Leibwäsche wird Sonntag morgens mit einer genauen Aufstellung versehen
im Arbeitsraum abgegeben. Alle Wäschestücke müssen eingemerkt sein. Die Schuhe sind
von den Frauen in dem dafür vorgesehenem Raume zu reinigen.

V.   Tageseinteilung:

6.30 Uhr      Aufstehen
7.30 Uhr      1. Frühstück
Die Vormittagsstunden werden ausgefüllt durch leichte Haus- und
Gartenarbeiten. Die Einteilung zu diesen Arbeiten geschieht durch die
Oberschwester im Einvernehmen mit dem Hausarzt.


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Hochschwangere und Stillende werden entsprechend berücksichtigt.

10       Uhr  2. Frühstück
12.15    Uhr  Mittagbrot
1-3.30   Uhr  Ruhe
3.45     Uhr  Vesper
In der Freizeit werden bei schönem Wetter Spaziergänge unternommen,
bei schlechtem Wetter halten sich die Frauen im Tagesraum auf.
6.45     Uhr  Abendbrot
10       Uhr  spätestens Schlafengehen
ab 10.30 Uhr  darf in den Zimmern kein Licht mehr brennen.

VI.  Besucher:

1.   Besuche dürfen nur im Besuchszimmer empfangen werden.
Als Besuchszeit soll im allgemeinen eine Stunde nicht
überschritten werten. Es ist den Besuchern streng ver-
boten, die Räume des Hauses und den Garten zu betreten.

VII. Beurlaubungen:

1.   Mit Erlaubnis des Arztes dürfen die Mütter mit ihren Be-
suchen Ausflüge in die Umgebung unternehmen.

2.   Spaziergänge in den Ort Steinhöring dürfen nur mit Erlaub-
nis der Oberschwester geschehen.

3.   Fahrten nach München, oder mehrtägige Beurlaubung aus
dem Heim bedürfen der ausdrücklichen Genehmigung des
Heimleiters.

VIII. Kinder:

1.   Kinder dürfen nicht in den Zimmern der Mütter wohnen,
sondern werden in eigenen Kinderzimmern untergebracht.

IX.  Gesundheitsführung:

1.   Rauchen Ist den Frauen strengstens verboten.

2.   Einteilung der Frauen zur Benützung der Bäder erfolgt
nur durch die Oberschwester.

3.   Die Klosetts sind stets sauber zu halten. Binden usw.
dürfen nicht in die Klosetts geworfen werden, hierfür
stehen besondere Eimer zur Verfügung.


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4.   Bei körperlichen Beschwerden irgendwelcher Art sollen
sich die Mütter sofort der zuständigen Schwester oder
dem Arzt anvertrauen.

Die Frauen sollen sich stets bewusst sein, dass sie als
werdende Mütter in unserem Heim immer den vollsten Schutz
und die beste Betreuung von seiten der Schutzstaffel finden,
dass sie andererseits aber stets in kameradschaftlicher
Weise ihre persönlichen Wünsche dem Wohle der
Allgemeinheit unterzuordnen haben.

Der Leiter des Mütter- und Kinderheimes
Steinhöring / Obbay.

Ebner

SS-Standartenführer.



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