03.08.1937 – Angebot zum Stellenwechsel

 

NSDAP. Reichsleitung

Hauptamt für Volkswohlfahrt
Fernspr.: 62 30 01 u. 62 30 11
Sammel-Nr.

Aktenzeichen KB/B.

Berlin SO 36, den 3. August 1937.
Maybachufer 48-51

NS.-Schwesternschaft

Oberschwester
Else O v e n t r o p
M o r i n g e n (Solling).

Liebe Schwester Else!

Ich habe Kenntnis genommen, dass Ihr Urlaub noch um 2 Wochen verlängert wurde und nehme an, dass Sie am 15. August für eine neue Arbeit frisch und vergnügt zur Verfügung stehen.

Ich habe vor, Ihnen die Leitung des Mütter- und Kinderheimes der SS. in Steinhöring Krs. Ebersberg, Gau München-Ob. Bayern, zu übertragen. Es befinden sich dort Frauen und Bräute der SS., die im Haus entbunden werden, und neben den Schwangeren und Wöchnerinnen die Säuglinge und Kleinkinder. Die Führung dieses Hauses muss eine ebenso energische wie auch mütterliche sein, da schwangere Frauen, besonders Mädchen, psychisch oft nicht ganz einfach sind. Die Besetzung des Hauses ist zurzeit noch gemischt, d.h. die SS. hat von früher noch verschiedene freie Schwestern, z.B. Hebamme, Wochenpflegerin, im Hause, die nun entweder allmählich zu uns übergehen, oder beim Ausscheiden durch NS.Schwestern ersetzt werden. Die Wirtschaftsschwester ist aber eine NS.-Schwester, und es sind noch 2 weitere NS.-Schwestern dort, die gleichzeitig Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen sind. Die Aufgaben im Hause sind wohl schwierig aber auch sehr schön. Vor allen Dingen wäre es in

(Höflichkeitsformeln fallen bei parteiamtlichen Schreiben fort.
)

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Ihre Hand gegeben, den Geist des Hauses im Sinne der SS. und der NS.-Schwesternschaft zu führen.

Ich würde mich freuen, wenn Sie sich zur Übernahme dieses Hauses entschliessen könnten. Sollte Ihnen das Arbeitsgebiet für später einmal zu klein werden, bin ich auch bereit, Ihnen dann eine grössere Tätigkeit, wie ich ursprünglich überhaupt vorhatte, zu übertragen. Diese grössere Arbeit zieht sich jedoch jetzt noch um einige Monate hinaus, und die Besetzung des Mütterheimes Steinhöring ist für mich eine genau so wichtige Angelegenheit.

Teilen Sie mir bitte möglichst bald mit, ob ich Sie dem Chefarzt in Steinhöring zum 15. August vorschlagen und anmelden darf.

H e i l H i t l e r !

Generaloberin
der NS.-Schwesternschaft


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